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TU Berlin

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Die Fakultät II trauert um em. Professor Dr. Horst Kleinkauf

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* 13. November 1930 in Goslar, † 3. Mai 2020 in Berlin

Am 3. Mai 2020 verstarb Herr Professor em. Horst Kleinkauf mit 89 Jahren in Berlin. Das Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin trauert um einen bemerkenswerten Biochemiker und Organisator.

Horst Kleinkauf studierte und promovierte 1957 an der Technischen Hochschule Braunschweig. Als Postdoktorand arbeitete er an den Max-Planck-Instituten Tübingen und Göttingen mit Heinrich Matthaei an der Entzifferung des genetischen Codes und habilitierte sich 1966 an der TU Braunschweig. Von 1967 bis 1971 untersuchte er in der Arbeitsgruppe des Nobelpreisträgers Fritz Lipmann an der Rockefeller University New York die nichtribosomale Biosynthese von Peptidantibiotika. 1971 wurde Horst Kleinkauf zum ordentlichen Professor an der TU Berlin ernannt und gründete das Institut für Biochemie und Molekulare Biologie. Hier konnte er in den folgenden Jahren ein Zentrum zur Erforschung der Biosynthese biologisch aktiver Peptide aufbauen. Die Forschungsschwerpunkte waren die Aufklärung von Biosynthesewegen linearer und zyklischer Peptide, die Charakterisierung der die Synthesen katalysierenden Multienzymsysteme und die Anwendungen dieser Systeme in der Produktion analoger Naturstoffe. Bearbeitet wurden die enzymatischen Synthesen der klassischen Peptidantibiotika Gramicidin S und Tyrocidin, der Ionophore Enniatin, Beauvericin und Alamethicin, des Immunsuppressors Cyclosporin, des Cytostatikums Actinomycin, von Ergotalkaloiden und der Penicillinvorstufe Aminoadipyl-Cysteinyl-D-Valin. Diese Forschungsaktivitäten waren geprägt durch zahlreiche Kooperationen mit Kollegen an Universitäten, Max-Planck-Instituten und der Industrie. Von 1979 bis 1992 leitete Horst Kleinkauf den von ihm gegründeten Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Struktur, Funktion und Biosynthese von Peptiden und Proteinen“.

In den 70er Jahren war er Fachbereichssprecher der Fakultät für Physikalische und Angewandte Chemie und Mitglied des Konzils der Technischen Universität Berlin. Bereits in dieser Zeit bemühte er sich um den Aufbau von Beziehungen zu Kollegen in der damaligen DDR und Osteuropa. Seit 1985 war er Mitglied der Leopoldina und Träger mehrerer Auszeichnungen wie der Heyrovský-Medaille in Gold und des Preises des Kitasato-Instituts, Tokyo.

Er engagierte sich bei der Organisation internationaler wissenschaftlicher Veranstaltungen, und war Chairman der 17. FEBS (Federation of European Biochemical Societies) Konferenz in Berlin (1986) und dann Counsellor der folgenden Konferenzen von 1988 bis 1996. Von 1991 bis 1998 war er Generalsekretär der International Union of Biochemistry and Molecular Biology IUBMB). Von 1996 bis 1999 war Horst Kleinkauf Vertreter Deutschlands bei dem „General Committee of the International Council of Scientific Unions“ (ICSU) und von 1999 bis 2002 Vizepräsident für externe Beziehungen des ICSU –Vorstands.

Horst Kleinkauf war in seiner Zeit an der TU Berlin 1971 bis 2005 ein unermüdlicher und erfolgreicher Organisator beim Aufbau eines neuen Forschungsgebiets, sowie eines Instituts an dem zahlreiche Kolleg*innen ausgebildet wurden und promovierten mit einer besonderen Verknüpfung akademischer und industrieller Forschungsaktivitäten.

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